Wussten Sie schon, ...

dass es Taisersdorf einen der besten Schafskäse gibt? Hier auf unseren guten Weiden und Wiesen leben die Schafe, die die Milch für ihn liefern. Bei der 1. Internationalen Käseprämierung im Rahmen der Direktvermarkter-Messe „Ab Hof“ in Karlsruhe wurde der Taisersdorfer Schafhof der Familie Lippner gleich zweimal für hervorragende Käsequalität ausgezeichnet. Amtliche Prüfer bewerteten weit über 100 handwerklich hergestellte Käse aus Deutschland, Österreich, Schweiz, Italien und Holland in Aussehen, Konsistenz, Geruch und Geschmack. Je eine Silbermedaille für den „Aachtobel Frischkäse“ aus Schafmilch und die „Käsewürfel in Olivenöl“ konnte Christine Lippner bei der Preisverleihung im November entgegennehmen. Seit 1998 weiden Ostfriesische Milchschafe auf den südlichen Hängen von Taisersdorf. Mittlerweile ist die Herde des Taisersdorfer Schafhof auf 60 Mutterschafe angewachsen. (Siehe auch unter "Über Taisersdorf".)

 

Neuer Stammtisch in Taisersdorf

  • Lieben Sie Kunst, Musik, Malerei, Literatur?
  • Diskutieren und philosophieren Sie gerne über Gott und die Welt?
  • Sie sind neu nach Taisersdorf gezogen und suchen Kontakt?
  • Sie möchten abends etwas unternehmen, ohne wegfahren zu müssen?

Dann haben wir etwas für Sie: einen neuen Stammtisch im Gasthaus „Zum Schwanen”.

Sie sind unschlüssig, ob Sie kommen sollen? Fassen Sie sich ein Herz. Lernen Sie nette Leute kennen. Wir treffen uns jeden letzten Donnerstag im Monat um 20.00 Uhr.

Dass Taisersdorf das Worpswede des Südens ist, das bewiesen im vergangenen Jahr bildende Künstlerinnen und Künstler an ihrem Tag der offenen Ateliers. Dass in dem Linzgaudorf auch eine Vielzahl von Musikern wohnt, ist vielleicht noch nicht bekannt. Zum ersten Mal präsentierte „satu”, ein Verein für Kunst, Jugend und Kultur, „archex”, den archaisch experimentellen Musiktag Taisersdorf. Dorle Ferber, Sängerin von „Elster Silberflug” und „Cochise”, lud gemeinsam mit Michael Kussl in die Werkstatt „Klang und Eisen” ein.

Neue Klänge zwischen Improvisation und Komposition vermittelten 16 Musiker den zahlreichen Zuhörern. Im Mittelpunkt standen ungewöhnliche Instrumente des Metallbildhauers Kussl, so ungewöhnlich, dass sie teilweise keinen Namen haben. Eine Ausnahme ist beispielsweise das „Berimdrum”, ein Metallreifen, in den ein Paukenfell eingespannt ist, und das mit Trommelstöcken wie mit Geigenbogen gespielt wird. Der Name stammt ab vom Berimbau, einem brasilianischen Musikinstrument.

Den dramaturgisch gut aufgebauten Musikabend leiteten die Taisersdorfer Hubert Endres, Heinrich Lohr und Arnold Mayer mit Posaunen und Trompete ein. Danach folgte ein „Musikalisches Gewitter”, gespielt von Michael Kiedaisch am Berimdrum und Dorle Ferber an der Geige. Kiedaisch, der an der Hochschule Stuttgart Musik studierte, stellte mit seinen Soli weitere Schlaginstrumente Kussls vor.

Es ist eine große Ehre und ein großes Vergnügen, auf diesen Instrumenten zu spielen”, sagte Kiedaisch. Regelmäßig setzt er sie bei Bühnenproduktionen, Tanztheatern, Ballett, aber auch bei Hörspielen ein. Immer sei er mit ihnen bei Kollegen auf Neid gestoßen, so der Komponist. „Man geht klanglich auf Entdeckungsreise, wenn man zum ersten Mal ein solches Instrument spielt.” Und es stelle sich die Frage: „Kann man damit, was das Instrument zu bieten hat, umgehen?” Was die Hochdruckorgel zu bieten hat, das zeigte Michael Kussl selbst. Faszinierend seine Geigendame, ein dem weiblichen Torso nachempfundener Metallkörper, über dessen Saiten wie von Geisterhand ein Geigenbogen strich. Das Eisen, personifiziert, scheint selbst die Musik, Ausdruck menschlicher Kultur, entdeckt zu haben.

Steinklänge erzeugte die Querflötistin Stephanie Menacher mit ihrem xylophonähnlichen Instrument: Den Grünschieferstäben, breite unebene Platten, entlockte sie mit Trommelstöcken und kleinen Steinen Melodien. Den nächsten Künstler moderierte Ruth Steindl: den Sigmaringer Cellisten Hans-Hinrich Renner, der Benjamin Britten spielte. Spannend die gemeinsame Improvisation des Pianisten Andreas Apitz, des Schlagzeugers Joachim Lambrecht und der Geigerin Dorle Ferber, die ihre neue Solo-CD „Stroh zu Gold” vorstellte. Mit der Musik Andreas Lameys und Georg Hausers folgten zarte, indisch anmutende meditative Töne. Sie bildeten einen Ruhepol zu der davor erklungenen Improvisationsmusik. Lamey spielte auf drei Bergahornbrettern, auf denen geschmiedete Cembalostifte über 150 Saiten gespannt hielten - eine so genannte Sandava oder Obertonharfe. Die Mezzosopranistin Sonnhilde Pohle, Camilla Ferber, Katharina Lebede und Helena Papadakis ergänzten die Veranstaltung mit ihrem Gesang. Am Schluss spielte der Taisersdorfer Oliver Cremer mit der irischen Bouzouki und Flöten Irish Folk.

Die Besucher erfuhren diesem Abend die Wahrnehmung des auditiv Unbekannten, nicht des Gewöhnlichen, das die Sinne abstumpfen lässt, sondern Klänge, die das Gehör neu justierten. So präsentierte sich Taisersdorf als ein Künstlerort von Malern und Musikern, an dem Farbton und Tonfarbe eine faszinierende Alliance eingegangen sind.

Angelika Thiel

 

 

Hier einige Impressionen vom 1. Archaisch experimentellen Musiktag  Taisersdorf in der Werkstatt "Klang und Eisen":