Offene Ateliers in Taisersdorf stießen
auf große Resonanz
Ein voller Erfolg war der Tag der „Offenen Ateliers”, den elf Künstler in Taisersdorf ausgerichtet haben. Zahllose interessierte Kunstfreude hatten den Weg in den Linzgau-Ort gefunden, um Bilder, Skulpturen, mediterrane Fliesen anzuschauen. In ihrer Laudatio verglich Ortsvorsteherin Angelika Thiel Taisersdorf mit Worpswede, der berühmten niedersächsischen Künstlergemeinschaft.
Hier folgt nun ein Bericht der Initiatoren.



Rückblick auf begeisternde Einblicke mit Aussicht
Dass in der 300-Seelen-Gemeinde über zehn Kunstschaffende wohnen und arbeiten, war auch zahlreichen Bewohnern neu. Der vergangene Sonntag, 19. Juli 2009, lebte von Begegnungen und Gesprächen in und um die ortsansässigen Ateliers, und mancher Bewohner stellte fest, dass der Wind, den die Kunst ins Dorf geweht hat, das ganze Dorf ein bisschen verändert habe, einige meinten sogar, Taisersdorf habe ein zusätzliches Image bekommen. Diese positive Resonanz der Anwohner wie auch der zahlreichen von weit her gereisten Besucher übertraf sämtliche Erwartungen der beteiligten Kunstschaffenden. Freude und Begeisterung durchzog beim „Atelier für Klang und Eisen“ auch die Begrüßungsrede von Frau Dr. Angelika Thiel, Ortsvorsteherin von Taisersdorf, die vom schwungvollen Gesang des Billafinger Madrigalchors umrahmt wurde, bevor die circa 150 Besucher sich neugierig und erwartungsfroh auf die Ateliers im Dorf verteilten.
An Ort und Stelle luden Michael Kussls ungewöhnliche Klanginstrumente zum Ausprobieren ein, man konnte sich zwischen seinen archaisch anmutenden aufragenden Eisenskulpturen auf Metallmöbeln gemütlich machen. Fotos zeigten andernorts befindliche Skulpturen und Arbeiten. In der geräumigen Metallwerkstatt gab es auf einer Bilderwand live Fotos von Konzert-Projekten der Sängerin, Geigerin, Komponistin Dorle Ferber zu sehen. Zum Reinhören in ihr Schaffen waren zahlreiche CDs ausgelegt, auch ein Vorabmix ihrer neuen CD, die hauptsächlich vor Ort im „Taistudio“ entsteht. Die Laute & Gesänge eines kinetischen Objekts geleiteten die Besucher wieder ins Dorf.
Sylvelin Dawes hatte ihr Wohnungs-Atelier im Säntisblick an diesem Tag in eine Galerie für ihre zahlreiche Aquarell- sowie andere Malerei verwandelt. Auf ihren Bildern sind Blumen, Natur, Blicke in Landschaften, aber auch Menschen, Mode oder Traumwelten zu entdecken. Dort gab es auch zwischendurch Live-Musik-Aktion mit Saxofon und Didgeridoo.
In der Dorfmitte gab Claudia D. Schlürmann im "Atelier für Form und Raum" Einblicke in ihr vielseitiges Schaffen: von Freiraumgestaltung über Grabmal und Skulptur bis hin zu ihrer Tätigkeit als Dozentin für Bildhauerei. Die Dokumentation von Arbeiten in der Region wie der Brunnen am Rathausvorplatz in Herdwangen und die Gestaltung des Kreisels in Überlingen-Deisendorf sorgte bei vielen Besuchern für Wiedererkennen.
Dort lebt und arbeitet auch seit einigen Jahren das Künstlerpaar Elke Graf, Malerei, und Günter Graf, Skulptur. Die gezeigten Malereien und Skulpturen entstanden meist in Südspanien - Nachklänge der dortigen Kultur, der Landschaft und des Meeres. Die Malmaterialien sind überwiegend farbige, gesammelte und aufbereitete Erden. Die Steine stammen aus dem Meer und sind vulkanischen Ursprungs.
Um Heilkunst ging es in der Praxis für Naturheilkunde von Ruth Steindl. Sie hatte in ihrem Behandlungsraum auch einige Bilder ausgestellt und hielt dort einen Kurzvortrag. Einige Anwesende durften dabei Klang- und Aroma-Therapie praktisch erleben.
Nicht weit davon entfernt hatte Carl Thomas Hauser seine Werkstatt geöffnet. Als Ausgleich zu seiner Goldschmiedekunst dient ihm die Steinbildhauerei. In einem Raum zeigte er Schwarz-Weiß-Fotografien, in denen er seinen eigenen Weg in der fotografischen Bildsprache geht. Auf einer kleinen Open-Air-Bühne gab es dort am Nachmittag Folk-Musik von Dorothea von Waldhausen, Franz Alber und Frank Waldvogel.
Am Dorfrand Richtung Aach-Tobel konnte man zwei weitere Ateliers erkunden. Im Souterrain befindet sich der Werkraum von Felix Bockemühl. Seine Motive greift er aus dem Leben. Materialien sind Holz und Metall und Glas. Neben Skulpturen fertigt er Holzdrucke, eigenständig in Ausdruck und Formensprache.
Im dortigen Dachgeschoss befindet sich das Atelier von Jürgen Lauer. Lauer verblüfft mit einer Fülle an verschiedenen grafischen, malerischen, zeichnerischen Techniken. Seine Werke entstehen in angelegten Serien; im Atelier befinden sich Arbeiten vieler Jahre, die sich bei einem Besuch gar nicht alle wahr- und aufnehmen lassen.
Als weitere Station für die Besucher gesellte sich noch die Kachelofenwerkstatt Patrick Joos` im Panoramaweg zum Kreis der Werkstätten. Dort konnte Feuerkeramik aller Art besichtigt werden.
Zum Abschluss wurde in den Hirtengärten noch ein Film über indonesisch-deutsche Kulturbegegnungen des ortsansässigen SATU Verein gezeigt.
Die Besucher konnten zwischen den Ateliers auch immer wieder einen Blick auf die wunderbaren Aussichten in die umgebende Landschaft genießen.
Für das leibliche Wohl auf den Wegen durch die Kunst sorgte das Gasthaus „Zum Schwanen“. Die beteiligten Künstlerinnen und Künstler haben sich so sehr über die zahlreichen positiven Rückmeldungen gefreut, dass man sich die Organisation eines weiteren Tag des offenen Ateliers in ein oder zwei Jahren durchaus wieder vorstellen kann.

















