
Pfingstlied
Pfingsten ist heut, und die Sonne scheint,
und die Kirschen blühn, und die Seele meint,
sie könne durch allen Rausch und Duft
aufsteigen in die goldene Luft.
Jedes Herz in Freude steht,
von neuem Geist frisch angeweht,
und hoffnungsvoll aus Tür und Tor
steckt’s einen grünen Zweig hervor.
Es ist im Fernen und im Nah’n
so ein himmlisches Weltbejah’n
in all dem Lieder- und Glockenklang,
und die Kinder singen den Weg entlang.
Wissen die Kindlein auch zumeist
Noch nicht viel vom heiligen Geist,
die Hauptsach` spüren sie fein und rein:
Heut` müssen wir fröhlichen Herzens sein.
Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,
mit diesem Gedicht Gustav Falkes (1853-1916) wünsche ich Ihnen im Namen des Ortschaftsrates Taisersdorf ein fröhliches, schönes Pfingstfest.
Ihre Ortsvorsteherin
Angelika Thiel
Wanderung in die Vergangenheit
Am Pfingstmontag, den 28. Mai 2012, ist es soweit: der Spaziergang mit Karl Stehle zur Happenmühle und zur Beutenmühle findet statt. Der Taisersdorfer Heimatforscher informiert über die Geschichte, über Besitzer und Bewohner dieser historischen Gebäude.
Bereits 1111 wurde die Happenmühle erstmals urkundlich erwähnt. Sie erhielt ihr Wasser vom Zettelmoos, die Beutenmühle dagegen wurde vom Steinenbach gespeist. Der spannende und kostenlose Rundgang dauert etwa zwei Stunden. Interessierte treffen sich um 14.00 Uhr bei der Flugzeugabsturzstelle.
Gold und Silber kommen gern nach Taisersdorf
Erneut erfolgreich gerungen haben die Taisersdorfer Helmut Rinderle und Herbert Saum. Sie belegten bei den Deutschen Meisterschaften der Veteranenringer in Freising bei München den ersten und den zweiten Platz. Die Goldmedaille ging dabei an Helmut Rinderle, Silber errang der Veteranen-Weltmeister Herbert Saum.
Der Ortschaftsrat Taisersdorf gratuliert ganz herzlich zu diesen Erfolgen.
Die Taisersdorfer Osterbrunnen
1993 bis 2011
(Alle Bildrechte liegen bei Patrick Joos.)



















Vergabe des Förderpreises für soziales Engagement
Das Landratsamt Bodenseekreis teilt mit, dass die Anja-Staberoh-Stiftung wieder einen Förderpreis für sozial Engagierte vergibt. „Die Stiftung wurde benannt nach dem einzigen Kind der Stiftungsgründer, das nach wiederholten Schlaganfällen im Alter von 16 Jahren starb. Anja profitierte vom ehrenamtlichen Engagement von Mitmenschen, für die Nächstenliebe eine Herzenssache war. Diese Bereitwilligkeit, sich ehrenamtlich zu engagieren und damit eine Vorbildfunktion zu erfüllen, ist die Zielsetzung der Anja-Staberoh-Stiftung”, so das Landratsamt.
Begünstigt werden Gruppen oder Einzelpersonen im Bodenseekreis, die sich unentgeltlich seit über einem Jahr dem Nächsten widmen (nicht allernächste Familienangehörige), beispielsweise in der Betreuung von Wohnungslosen oder in der Sterbebegleitung.
Bewerbungsformulare sind bis zum 31. Juli 2012 bei der Ortsverwaltung erhältlich. Der Förderpreis beinhaltet 1 500 Euro. Die Übergabe findet im Herbst im Landratsamt statt.
Ortsverwaltung
Gemeindeentwicklungsplan Owingen 2025

Protokoll zur 1. Sitzung der Arbeitsgruppen am 22. Februar 2011, zur Verfügung gestellt von Planstatt Senner
Herr Bürgermeister Wengert begrüßt die Anwesenden und eröffnet die 1. Bürgerwerkstatt in Taisersdorf im Rahmen der Gemeindeentwicklung Owingen 2025.
Er übergibt das Wort an Herrn Senner von der Planstatt Senner in Überlingen, der den Ablauf des heutigen Abends erläutert und einen Ausblick auf das weitere Vorgehen und die weiteren Termine gibt.
Es erfolgt die Aufteilung der Anwesenden in zwei Arbeitsgruppen
- Ortsmitte, Verkehr, Landschaft
- Jung und Alt, Kultur
Frau Hekeler von der Planstatt Senner begrüßt die Anwesenden der Arbeitsgruppe. Die Arbeitsgruppen-Teilnehmer stellen sich vor und erwähnen, welche Punkte ihnen besonders wichtig sind und welche Erwartungen sie an die Arbeitsgruppe stellen. Anschließend steigt die Arbeitsgruppe in die Diskussion ein.
Untenstehend sind die einzelnen Diskussionspunkte ergebnisorientiert zusammengefasst.
Siedlungsentwicklung
Die noch unbebauten Grundstücke im Neubaugebiet sind alle an externe Personen verkauft (Spekulation). Dies soll in Zukunft vermieden werden. Eine Ausweisung neuer Bauplätze ist gewünscht, schon häufiger konnte Interessenten kein Grundstück angeboten werden. Zielgruppe sollen die Taisersdorfer sein, um den Jungen die Möglichkeit zu bieten, hierzubleiben oder wiederzukommen. Ein Bebauungsplan sollte künftig nur aufgestellt werden, wenn Gemeinde im Eigentum der Grundstücke ist, um beeinflussen zu können, an wen die Grundstücke gehen.
Im Flächennutzungsplan sind gemischte Flächen hinter dem Feuerwehrhaus ausgewiesen, zudem Wohnbauflächen an der nördlichen Seite des Panoramawegs. Im Unterdorf können einige Grundstücke nach §34 BauGB bebaut werden (das bedeutet, es gibt keinen Bebauungsplan, eine neue Bebauung orientiert sich an der Umgebungsbebauung). Es wird betont, dass Taisersdorf keine Schlafstatt ist. Als positives Beispiel aus den letzten Jahren wird die Straße Säntisblick genannt, wo das Planungsrecht eine gewisse Freiheit eröffnete und sich auch Kleinbetriebe ansiedeln konnten. Dies sollte auch künftig der Fall sein – es sollen keine reinen Wohngebiete entstehen, wo keine anderen Nutzungen möglich sind.
Es wird vermutet, dass aufgrund der landwirtschaftlichen Nutzung im Umfeld und den hierdurch entstehenden Emissionen das Mischgebiet als solches ausgewiesen wurde, nicht, um in erster Linie Gewerbe in Taisersdorf anzusiedeln. Die Bauplatzpreise sind in Taisersdorf im Vergleich zu Herdwangen oder Schönach mit 125 Euro/m² relativ hoch. Für Herdwangen liegt der Preis bei circa 80 Euro/m².
Die Taisersdorfer Infrastruktur (Kläranlage, Wasserversorgung) hat noch Kapazität. Von dieser Seite bestehen keine Bedenken gegen ein angemessenes Wachstum. Trotz der guten Dorfgemeinschaft gibt es in Taiserdorf eine relativ hohe Fluktuation. Mögliche Gründe hierfür werden diskutiert. Dies könnte daran liegen, dass kein adäquater Wohnraum angeboten werden kann, wie auch an der Konkurrenz umgebender Ortschaften. Die abgelegene Lage Taisersdorf wird nicht unbedingt als Grund hierfür gesehen. So vermittelt das Busfahren zum Kindergarten schon kleinen Kindern Fähigkeiten und unterstützt den Zusammenhalt und die Verantwortung unter den Kindern. Es wird geschätzt, dass fünf bis sechs Personen pro Jahr Interesse an Bauplätzen in Taisersdorf bekunden. Im Sinne eines behutsamen Wachstums werden jedoch vier bis fünf Bauplätze über Jahre als ausreichend eingeschätzt. Es wird diskutiert, ob es Möglichkeiten von Seiten der Gemeinde gibt, eine gewisse „Vorratshaltung“
an Bauplätzen zu betreiben, damit nicht alle neuen Bauplätze auf einmal veräußert werden müssen. Ein Vorkaufsrecht der Gemeinde wird diskutiert, dann müsste die Erschließung jedoch bereits hergestellt (bzw. bezahlt) sein. Es wird angeregt, den Immobilienmarkt in Taisersdorf transparenter zu gestalten. Eine Art „Börse“ könnte helfen, Ansprechpartner zu vermitteln. Frau Thiel berichtet, dass es in der Vergangenheit schwer war, Gebäude zu
verkaufen. Neben der Neuausweisung von Bauplätzen wird auch die Umnutzung von Gebäuden im Ortskern diskutiert. Es gibt derzeit keinen Leerstand bei Wohnhäusern, aber es gibt einige ungenutzte landwirtschaftliche Scheunen, die zu Wohnungen umgenutzt werden könnten. Herr Senner berichtet von der
Möglichkeit, beim Land Baden-Württemberg hierfür Fördermittel zu beantragen. Bis zu 40.00 Euro können pro Wohnung als Förderung bewilligt werden. In der Diskussion werden ca. 10 potenzielle Ökonomiegebäude, die für einen Umbau geeignet wären, genannt. Bei den derzeitigen Eigentümern ist unter Umständen wenig Bereitschaft zu erwarten, ein Generationenwechsel ist aber absehbar. Die Kommunikation diesbezüglich mit den Eigentümern muss sehr sensibel angegangen werden. Die Information über Fördermöglichkeiten wird als sinnvoll erachtet. Ziel ist es, den Ort lebendig zu halten und unter Umständen entstehende Brachen zeitnah umzunutzen, damit es in Taiserdorf gar nicht erst anfängt zu „bröckeln“.
Fazit: Taisersdorf soll behutsam wachsen. Ziel für die Siedlungsentwicklung ist es, für Einheimische Möglichkeiten zu schaffen, sei es durch die Ausweisung neuer Bauplätze, sei es über die Umnutzung bestehender Gebäude.
Ortsmitte/Dorfplatz
Gewünscht wird ein Dorfplatz in der Nähe der Ortmitte als Treffpunkt.
Standort 1:
Spontan genannt werden die Molke und das Raiffeisenlager als möglicher Ort für einen Dorfplatz. Als Ortsmitte wird der Bereich bei der Kirche, dem Gasthaus Schwanen und dem Brunnen empfunden. Im Grunde ist alles da, doch die Bänke am Brunnen werden von den Einheimischen nicht angenommen. Dies liegt zum einen an der exponierten Lage („wer hier sitzt, hat nichts zu tun“), zum Andern kann dies auch am Verkehr liegen. Der Platz ist zu klein, zudem fehlen Bäume, die Schatten spenden. Die Pilger, die durchs Dorf kommen, nutzen die Bänke. Es wird eine gestalterische Aufwertung und auch eine Vergrößerung des Platzes diskutiert. Die Vergrößerung scheint eher unwahrscheinlich, da der Besitzer schon vor Jahren einen Teil seines Grundstücks für die Straße abgeben musste. Auch die Topographie des angrenzenden Grundstücks würde eine Vergrößerung schwierig und kostspielig machen.
Standort 2:
Als alternativer Standort wird der Vorplatz der Ringerhalle diskutiert. Früher war der Treffpunkt in Taisersdorf die Molke, wo die Milch abgegeben wurde. Hier traf man sich und schwätzte. Heute hat sich dieser Treffpunkt an die Ringerhalle verlagert, wo trainiert wird. Es wäre denkbar, die bestehenden Parkplätze an der Ringerhalle nach Süden zu verlagern und einen Aufenthaltsbereich zu schaffen.
In diesem Zusammenhang wird auch die angespannte Parkplatzsituation an der Ringerhalle bei Veranstaltungen angesprochen. Im Umfeld sollten Parkplätzeergänzt werden, auch unabhängig von einer möglichen Platzgestaltung.
Standort 3:
Als dritter möglicher Standort für einen Dorfplatz wird der Bereich nördlich der Bushaltestelle angesprochen. Dieser ist durch die Nähe zu Kirche und Schwanen sehr gut geeignet, aber steil. Die Fläche befindet sich in privatem Eigentum und wird als Garten/Grünland genutzt.
Bolzplatz
Frau Thiel berichtet, dass schon seit Jahren versucht wird, einen Bolzplatz zu realisieren. Dies scheiterte bisher an der mangelnden Bereitschaft der Eigentümer, geeignete Fläche zu verkaufen. Generell gilt, dass die topographischen Verhältnisse in Taisersdorf die Möglichkeiten für die Realisierung eines Bolzplatzes einschränken. Besonderes Interesse haben Kinder und Jugendliche an einem Bolzplatz. Der Bolzplatz mit einer Grösse von etwa 20x40 Metern sollte zwei Tore haben und mit einer Grillstelle und einem Boule-Platz ergänzt werden. Wichtig ist, dass der Platz nicht direkt an der Strasse ist, bzw. dann entsprechend abgesichert wird. Der Platz darf nicht allzu weit außerhalb liegen.
Es werden folgende Standorte diskutiert:
Standort 1: nördlich der Hirtengärten
Standort 2: am Feuerwehrhaus
Standort 3: an der Ringerhalle
Für alle Standorte gilt die Erschwernis, dass sich die Flächen in privatem Eigentum befinden. Die Bereitschaft der Eigentümer ist natürlich Voraussetzung für den Bau des Bolzplatzes. Unter Umständen kann im Rahmen der Gemeindeentwicklungsplanung ein Prozess angestoßen werden.
Verkehr
Ortseingang: Besonders am Ortseingang auf Höhe des Weilers Im Zinken bzw. im Unterdorf kommt es zu massiven Geschwindigkeitsüberschreitungen, weil am Berg noch mal Gas gegeben wird. Unterstützt wird dies hierdurch, dass der Bereich zwischen Unterdorf und Taisersdorf durch die Grünzäsur nicht als Siedlung wahrgenommen wird. Das Problem sind nicht mehr die LKWs, deren Zahl zurückgegangen ist, aber die PKWs und die landwirtschaftlichen Fahrzeuge.
Es werden verschiedene Ideen diskutiert, das Fahrverhalten zu beeinflussen:
Ein Blitzer wird allein nicht reichen. Zudem oder statt dessen sind gestalterischeLösungen / psychologische Bremsen sinnvoll. Denkbar sind zum Beispiel "Pflastertropfen“, die von landwirtschaftlichen Fahrzeugen überfahren werden können oder Streifen auf der Fahrbahn, die – vergleichbar mit den Markierungslinien auf Autobahnen – den Autofahrer aufmerksam machen. Bei diesen Maßnahmen wäre die Lärmentwicklung wegen der direkten Anwohner zu beachten. Diskutiert wird auch die Pflanzung von Bäumen und somit die Fortführung des bereits bestehenden gestalterischen Themas am Ortseingang.
Ortsdurchfahrt:
Die Ortsdurchfahrt ist eine Kreisstrasse.
Geschwindigkeitsmessungen in der Ortsmitte haben ergeben, dass hier die vorgeschriebene Geschwindigkeit meist eingehalten wird. Die Wahrnehmung ist jedoch eine andere. Die Pflanzung von Bäumen wird angesprochen, ebenso wie die Idee, die Straße in der Ortsmitte am Schwanen als Platzfläche zu gestalten, wo die Trennung von Fahrbahn und Seitenbereichen aufgehoben wird. Die Reduzierung der Fahrbahnbreite wird aufgrund der landwirtschaftlichen Fahrzeuge von den Arbeitsgruppenteilnehmern kritisch beurteilt. Eine
Geschwindigkeitsreduktion in der Ortsmitte auf 30 oder 40 km/h könnte die Aufenthaltsqualität verbessern. Die Dorfstrasse soll die vorfahrtsberechtigte Strasse bleiben. Die Planstatt Senner wird prüfen, inwiefern Geschwindigkeitsreduzierungen und Belagswechsel auf einer Kreisstrasse möglich sind.
Parken an der Friedhofsmauer: Es herrscht Konsens darüber, dass das Parken an der Friedhofsmauer sowohl für Fußgänger wie auch für den fließenden Verkehr auf der Dorfstrasse problematisch ist und verboten werden soll. Meist werden die Autos halb auf dem Gehweg abgestellt, so dass man auf dem Fußgängerweg nicht mehr vorbei kommt. Dies wird auch von den Kindern des Dorfes als gefährliche Stelle benannt. Zudem werden die Sichtverhältnisse und der Verkehrsfluss auf der Dorfstrasse behindert. Es wird diskutiert, wo eventuell Ersatzparkplätze geschaffen werden können. Der Vorschlag, die bestehenden öffentlichen Parkplätze zu Kurzzeitparkplätzen zu machen, wird von den Teilnehmern kritisch gesehen. Es wird der Vorschlag gemacht, auf dem Flurstück Nr. 47/1, östlich des Friedhofs, Stellplätze zu schaffen. Das Parkverbot, sei es durch Schilder oder Markierungen, sollte zurückhaltend gestaltet werden.
Landschaft – Spazierweg ums Dorf
Die Anregung aus der Bürgerversammlung, einen Spazierweg nahe um das Dorf anzulegen, wird diskutiert. Dies wird von den Arbeitsgruppenteilnehmern aufgrund der Eigentumsverhältnisse und der Topographie nicht als realisierbar beurteilt. Es wird darauf verwiesen, dass es bereits Wanderwege gibt, die jedoch zum Teil in schlechtem Zustand sind. Bevor neue Wege angelegt werden, sollten die bestehenden verbessert werden.
Leitbilder
Siedlungsentwicklung: Ziel ist ein behutsames Wachstum durch die Ausweisung von neuen Bauplätzen sowie die Umnutzung ehemaliger landwirtschaftlicher Ökonomiegebäude. Zielgruppe sind Einheimische.
Ortsmitte/Dorfplatz: Ziel ist die Schaffung eines Dorfplatzes als Treffpunkt in der Ortsmitte.
Verkehr: Ziel ist die Reduzierung der Geschwindigkeit an den Ortseingängen. An der Friedhofsmauer soll das Parken verboten werden.
Bolzplatz: Ziel ist die Realisierung eines Bolzplatzes mit Grillstelle und Bouleplatz am Rande der Siedlung.
Zum Abschluss der Veranstaltung werden die Arbeitsgruppenergebnisse im Plenum vorgestellt. Die Teilnehmer der Bürgerwerkstatt werden das Protokoll beider Arbeitsgruppen bekommen.
Herr Wengert und Frau Dr. Thiel bedanken sich für das Engagement und die konstruktive Arbeit. Die zweite Bürgerwerkstatt wird Ende Mai/Anfang Juni stattfinden. Der Termin wird noch bekannt gegeben.
Aufgestellt:
Überlingen, 23.02.2011
Tina Hekeler
Stadtplanerin
Herr Bürgermeister Wengert begrüßt die Anwesenden und eröffnet die 1. Bürgerwerkstatt in Taisersdorf im Rahmen der Gemeindeentwicklung Owingen 2025.
Er übergibt das Wort an Herrn Senner von der Planstatt Senner in Überlingen, der den Ablauf des heutigen Abends erläutert und einen Ausblick auf das weitere Vorgehen und die weiteren Termine gibt.
Es erfolgt die Aufteilung der Anwesenden in zwei Arbeitsgruppen
- Ortsmitte, Verkehr, Landschaft
- Jung und Alt, Kultur
Frau Volz begrüßt die Mitglieder der Arbeitsgruppe. Es folgt eine kurze Vorstellungsrunde, in der jeder Teilnehmer seine Erwartungen oder die Gründe für seine Mitwirkung in der Arbeitsgruppe nennt. Es zeigt sich, dass die Anwesenden den Themen offen und neugierig gegenüberstehen. Es folgt die Zusammenfassung der diskutierten Aspekte.
Mobilität/Verbesserung des ÖPNV
Die Busverbindungen entsprechen den Schulzeiten (morgens 1. Stunde, mittags und nachmittags) und sind in Richtung Überlingen orientiert. Laut einigen Mitgliedern der Gruppe verkehren auch Busse, die nicht auf dem Fahrplan verzeichnet sind (Schulbusse? Überprüfen). Es gibt Busse für Schüler und Kindergartenkinder. Die Schüler kommen nicht zu allen Zeiten nach Hause. Außerdem ist das Umsteigen in Owingen (Haltestelle Rathaus) häufig nicht möglich, da der Bus nach Taisersdorf schon weg ist. Einige Jugendliche trampen deswegen.
Die Gruppe ist sich einig, dass häufigere Busverbindungen für Taisersdorf unwahrscheinlich sind, allerdings könnte man die bestehenden ergänzen und verbessern. Dazu sollten die Übergänge in Owingen gewährleistet sein. Die Busse nach Pfullendorf verkehren über Herdwangen, vielleicht wäre es möglich, einige über Taisersdorf (Haltestelle Abzw. Schwende) fahren zu lassen. Außerdem wird von einem Busfahrer berichtet, der gegen 17.30 Uhr eine Leerfahrt nach Taisersdorf unternimmt, anstatt noch ein paar Fahrgäste mitzunehmen.
Die Lage am Rand des Verkehrsverbundes bodo ist ungünstig, hier wäre es wichtig, die Vernetzung mit dem benachbarten Verbund zu gewährleisten. Über die Busverbindungen hinaus wird die Bedeutung von Mitfahrgelegenheiten betont. Für die Vermittlung derselben ist eine Organisationstafel (z. B. an der Alten Molke und/oder im Internet) notwendig, in der die Mitfahrangebote verzeichnet sind und aktuell gehalten werden.
Aktivitäten/Leben der Jugend
Leider sind in der Arbeitsgruppe keine Jugendlichen vertreten, die Teilnehmer berichten aus Erfahrung und von ihren Kindern. Die Schule bestimmt die Kontakte der Jugendlichen, die größtenteils außerhalb des Dorfes liegen. So sind die Kontakte nach außen z. T. intensiver als die Kontakte zu Gleichaltrigen im Dorf, die nicht dieselbe Schule besuchen. Das Engagement in den Vereinen ist groß, hier werden v.a. die Jugendfeuerwehr Owingen, die Musikkapelle Großschönach, die Ringer und die Narrenzunft genannt. Die meisten Aktivitäten finden auch hier außerhalb des Dorfes statt.
Der Bedarf des in den Beiträgen der Bürgerversammlung häufig genannten Jugendraums kann nicht bestätigt werden. Hier wird vorgeschlagen, die Jugendlichen direkt zu befragen. Die in diesem Zusammenhang erwähnte alte Molke befindet sich in Privatbesitz. Als mögliche Räumlichkeit wird die Bühne oberhalb der Zunftstube genannt.
Das Gasthaus "Schwanen" veranstaltet einen Jugendtreff mit Kicker usw. in der Burgstallbar. Diese Veranstaltung ist monatlich und ist gerade dabei sich zu etablieren.
Aktivitäten/Bedürfnisse der Älteren
Zunächst ist festzuhalten, dass viele der heutigen Alten noch in Familienverbünden leben, von denen sie mitversorgt werden. Durch die Zugezogenen und die demographische Entwicklung wird sich dies langfristig ändern. Die Gründung des Nachbarschaftshilfevereins in Owingen und die Angebote zu Pflegekursen wird begrüßt. Alternative Wohnformen, wie z. B. Mehrgenerationenwohnen, sollte angedacht werden. Darunter wird das Leben von mehreren Generationen in einem Wohnhaus (mit mehreren Wohneinheiten, z. B. in ehemaligen Bauernhäusern) verstanden.
Herr Stehle berichtet von seinem Engagement im Rahmen des Altenwerks und des Rentnerstammtischs, die regelmäßig Ausflüge und Vorträge anbieten. Von den Neuzugezogenen werden diese Angebote eher weniger in Anspruch genommen.
Grundversorgung:
In Taisersdorf gibt es keine Einkaufsmöglichkeiten. Eingekauft wird in Pfullendorf oder Überlingen oder in den Hofläden der Umgebung. Dies setzt allerdings wieder ein eigenes Auto voraus. Freitags kommt der mobile Metzger vorbei. Der Bäcker kommt nicht mehr, weil es sich nicht mehr rentiert. Einige Teilnehmer nutzen das Konzept der „Grünen Kiste“ des Hofguts Rengoldshausen, bei dem eine Zusammenstellung von saisonalem Gemüse in Demeter-Qualität in unterschiedlichen Mengen nach Hause geliefert wird. Ähnliches wäre auch bei der Vermarktung der landwirtschaftlichen Produkte aus der Umgebung denkbar. Dazu müsste das Interesse und das Angebot der ansässigen Landwirte erfragt und zusammengestellt werden. In diesem Zusammenhang fällt auch das Schlagwort eines „Hofladenführers“, damit die Taisersdorfer überhaupt wissen, was in der Umgebung erhältlich ist.
Streuobst
Auf die Erhaltung der Kulturlandschaft, insbesondere der Streuobstanlagen wird großen Wert gelegt. Viele Flächen werden aufgrund des finanziellen und des pflegerischen Aufwandes gerodet oder sich selbst überlassen. Die Gruppe istsich einig, dass eine Initiative zum Erhalt des Streuobsts, sei es in Form von Patenschaften, des kostenlosen Aufsammelns und Verarbeitens der Früchte oder eines „Mostfestes“ erforderlich ist. Frau Volz wird sich über vergleichbare Konzepte z.B. des IOB (Internationale Interessengemeinschaft Obsthochstamm rund um den Bodensee e.V.) informieren.
Kultur
Das Dorfleben wird als sehr vielfältig, lebendig und tolerant beschrieben. In Taisersdorf haben bereits unterschiedliche kulturelle Veranstaltungen stattgefunden, die weiterhin gepflegt, wiederbelebt oder ergänzt werden sollten.
- Die Kunstwerke sollten nicht nur auf den Grundstücken der Künstler stehen, sondern auch im Dorf selbst, im Freien oder in geschlossenen Räumen, an Wegen und auf Plätzen („Wanderausstellung“). Die Objekte wechseln.
- Osterbrunneninitiative
- Altenwerk/Rentnerstammtisch
- Kulturstammtisch
- Sommerfest der Steinbockzunft: könnte mit einem Markt, wie er zur 850-Jahrfeier stattgefunden hat, ergänzt werden. Gezeigt und angeboten werden könnten altes Handwerk und Kunstwerke.
- Sagenwanderung: Herr Stehle trägt sich mit dem Gedanken, regelmäßig (jährlich oder ggf. öfter) Wanderungen in die Umgebung anzubieten, bei denen vor Ort die lokalen Sagen nacherzählt (vielleicht auch
gespielt?) werden. In diesem Zusammenhang wäre eine Route von den Gailhöfen nach Taisersdorf zu nennen, bei der u. a. die Sage der „Teufelsküche in der Linzer Aach“ erzählt würde. Die Kennzeichnung der „Teufelsküche“ wäre schön, erfordert allerdings die Absprache mit der Gemeinde Salem, auf deren Gemeindegebiet sie liegt. Sagenwanderungen könnten in der gesamten Gemeinde stattfinden.
- Außerdem bietet Herr Stehle Spaziergänge durchs Dorf an, auf denen er über die Geschichte des Dorfes und einzelner Häuser informiert.
- Frühjahrskonzert in der Ringerhalle: ein Chorkonzert, von H. Mingo organisiert, erfreut sich großer Beliebtheit und ist dabei sich zu etablieren. Die Konzertbesucher innerhalb der Arbeitsgruppe bezeichnen die Akustik als erstaunlich gut.
- Konzerte oder Veranstaltungen durch den Owinger Kulturkreis in der Ringerhalle: finden bisher nicht statt. Herr Wengert erklärt sich bereit, den Kulturkreis zu kontaktieren und sich nach dem Interesse zur Nutzung der Ringerhalle zu erkundigen.
- Das häufig in der Bürgerversammlung erwähnte „Kulturcafé“ im Raiffeisengebäude wird von der Gruppe kritisch gesehen. Zum einen ist die Wirtschaftlichkeit und Machbarkeit dieser Idee fragwürdig, zum anderen sollte keine Konkurrenz zum Schwanen aufgebaut werden. Denkbar wäre mehr Kultur im örtlichen Gasthaus. Das „Kulturcafé“ wäre also weniger ein fester Ort als eine regelmäßige Veranstaltung, vielleicht aufbauend auf dem Kulturstammtisch. Die Gruppe ist überzeugt, dass ein Großteil der Veranstaltungen und Ideen nur mit Einverständnis und Unterstützung der ansässigen Künstler möglich ist. Es ist also unerlässlich, die Künstler nach ihren Bedürfnissen zu fragen und sie explizit zur nächsten Bürgerwerkstatt einzuladen.
Leitbilder
1. Geschickte Optimierung des ÖPNVs
2. Information der Bürger und Gäste über Veranstaltungen, Mitfahrgelegenheiten etc. (Informationstafel)
3. Wohnen im Alter
4. Grundversorgung verbessern, Direktvermarktung landwirtschaftlicher Produkte koordinieren
5. Initiative zur Erhaltung des Streuobstes
6. Kunstobjekte ins Dorf (und in die Landschaft?) holen; kulturelles Angebot pflegen und ausbauen in Kooperation mit den Künstlern
Weiteres Vorgehen
Frau Volz informiert sich über Möglichkeiten zum Erhalt des Streuobstes. Herr Wengert spricht den Owinger Kulturkreis auf mögliche Veranstaltungen in der Ringerhalle an.
Des weiteren wäre es nützlich, wenn die Arbeitsgruppe:
- sich über die tatsächlich verkehrenden Busse informiert
- die Jugendlichen zum Bedarf eines Jugendraumes befragt
- eine Liste der Landwirte und ihrer Produkte angefertigt, ggf. abklärt, ob Direktvermarktung gewünscht wäre
- Kontakt zu den Künstlern aufnimmt
Zum Abschluss der Veranstaltung werden die Arbeitsgruppenergebnisse im Plenum vorgestellt. Die Teilnehmer der Bürgerwerkstatt werden das Protokoll beider Arbeitsgruppen bekommen. Herr Wengert und Frau Dr. Thiel bedanken sich für das Engagement und die konstruktive Arbeit. Die zweite Bürgerwerkstatt wird Ende Mai/Anfang Juni
stattfinden. Der Termin wird noch bekannt gegeben.
Aufgestellt:
Überlingen, 23.02.2011
Christina Volz
Dipl. Ing. Landschaftsarchitektur (FH)
Erfolgreiche Bürgerversammlung in der Ringerhalle
Auf ein erfreuliches Interesse stieß die Bürgerversammlung in Taisersdorf. 60 Zuhörer verfolgten die Ausführungen des Bürgermeisters Henrik Wengert sowie des Landschaftsarchitekten Johann Senner und seiner Mitarbeiterin Christina Volz. Damit war Taisersdorf die bestbesuchteste Veranstaltung Owingens in Relation zur Einwohnerzahl - und nahezu auch absolut. Eine Bildershow der Planwerkstatt ermöglichte einen virtuellen Dorfrundgang, in dem Taisersdorf mit dem Fokus eines Außenstehenden gezeigt wurde.
Nach den Vorträgen hatten die Bürger die Möglichkeit, Lob und Verbesserungsvorschläge auf grünen beziehungsweise roten Papierbögen aufzuschreiben und an Pinwände zu heften. Zahlreiche Teilnehmer der Versammlung nutzten diese Plattform. Thematisiert wurden beispielsweise die mangelhafte Busverbindung, der schlechte Zustand der Feldwege und des Wandernetzes, fehlende Parkplätze in Taisersdorf, zu hohe Geschwindigkeiten der Fahrzeuge vor allem im Unterdorf, der Wunsch nach einem Jugendraum sowie nach mehr Kulturveranstaltungen in der Ringerhalle. Aber auch der Dorfzusammenhalt wurde gewürdigt.
Zugleich bestand die Gelegenheit, sich in Listen von Arbeitsgruppen einzutragen. Auch dies wurde rege in Anspruch genommen. Wer sich in einer oder mehrerer dieser Gruppen noch eintragen möchte oder weitere Anregungen hat, kann dies gerne nachholen, indem er sich an die Ortsverwaltung wendet. Es gibt folgende zwei Arbeitskreise:
Die rege Beteiligung und das große Engagement der Taisersdorfer erfuhr sowohl bei Bürgermeister Henrik Wengert wie bei Diplom-Ingenieur Johann Senner sehr viel Lob. Das Planungsbüro wird die Anregungen protokollieren und auswerten. Danach wird über die weitere Vorgehensweise entschieden.
In ihrer Begrüßung dankte Ortsvorsteherin Angelika Thiel Bürgermeister Henrik Wengert und dem Gemeinderat, dass sie die Bürgerversammlung ermöglicht hatten. Ihren Dank sprach sie auch dem Hausmeisterpaar Kurt und Monika Lohr für das Aufstellen der Tische und Stühle aus, der Steinbock-Zunft für die Bewirtung, Herrn Friedrich Martin für die Zurverfügungstellung des technischen Equipments des KSV Linzgau Taisersdorf und ganz besonders Siegfried Keller für die technische Betreuung der Veranstaltung. Unter den Gästen hieß Angelika Thiel insbesondere Ortsvorsteher Karl Barth von Billafingen willkommen.
Hier einige Anregungen und Verbesserungsvorschläge.



























































Einen schönen April wünscht Ihnen
Angelika Thiel
Spruch der Woche

Wer Vertrauen hat, erlebt jeden Tag Wunder.
Epikur von Samos